Heute macht die Bildzeitung mit einer einfach sagenhaften Geschichte auf. Normalerweise nehme ich mir ja eher weniger Zeit, über diese Zeitung ausführlicher zu berichten, aber heute, das war was. Da steht nämlich unsere Bundeskanzlerin und lächelt so süß sie kann an diesem Mann aus Amerika hinauf. „Sie lächelt, umarmt, küsst und fordert Ergebnisse ein. Bisher hat sich die Merkel-Diplomatie immer durchgesetzt. Es könnte auch in Heiligendamm gelingen. Es war eine Begegnung der Gesten, der Zeichen“. Dann steht da noch, was die Herr(undFrau)schaften so genüsslich zu Abend speisten. Das Sahnehäubchen aus vier Buchstaben berichtet von leckerem von globalisierten polnischen Ganstarbeitern zu Niedriglöhnen aus dem Boden gequälten Beelitzer Spargel und dazu ein paniertes von Argentinien mit einer französischen Boeing, die mit irakischem Öl betrieben wird, eingeflogenes Kalbsschnitzel Naja, wenigstens war der Spargel deutsch. Lecker.

Die Leipziger Volkszeitung, noch so ein Spargelblatt, macht hingegen deutlich, dass der Gipfel-Auftakt mit Hindernissen beginnt. Und dann natürlich dieses Bild. Da war die Frau Merkel wohl ein bisschen gaga. Aber wir sind doch alle ein bisschen gaga. Bist du auch vielleicht ein bisschen gaga?

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Was haben wir uns nicht alle geärgert. Gerade die Amerikaner – und dann auch noch Franzosen. Am 1. Juni hat das Metropolitan Museum of Art wegen Entrümpelung ein paar Gemälde von der Fifth Avenue in die Neue Nationalgalerie verfrachtet. Normalerweise hätten die nun in Berlin ausgestellten Impressionisten für die nächsten Monate in die New Yorker Archive gehört, aber zur medialen und finanziellen Ausschlachtung kamen die Macher auf die Idee, in der Neuen Nationalgalerie nicht die Impressionisten, sondern das Metropolitan auszustellen. Für 10(5) bis 12(6) Euro kann man sich nun also , zusammen mit 500.000 anderen Besuchern, bis zum 7. Oktober 150 Gemälde von Cezanne bis Van Gogh angucken. Das heißt, wie vor drei Jahren, ewiges Anstehen. Nur kurioserweise gab es diese befürchteten Warteschlangen Japanische Brückenicht. Überhaupt nicht. Am Eröffnungstag waren die Kartenschalter verwaist, gähnende Leere auf den Treppen des architektonisch doch so schönen Baus von Mies van der Rohe. Und auch am Folgetag versammelten sich nur ein paar Hanseln zum vergnüglichen Bilderschau’n. Dabei hat die Ausstellung wirklich etwas zu bieten. Die Japanische Brücke von Monet – neben den Seerosen eines der liebsten Objekte des Künstlers. Meist mit grünen Farben saß Monet am Seerosenteich in seinem Garten in Giverny und malte eben diese Brücke immer und immer wieder. Man kann die Emotionen in diesen Bildern erkennen. Selbst im hohen Alter, fast erblindet, hat er sich hingesetzt und diese Brücke gemalt, so dass man nur noch verwischt einen Bogen im grünblauen Farbenmeer erkennen kann.  Und dann ist da noch Jules Bastien-Lepages verwirrende Johanna von Orleans. Ein realistisch lebensgroßes Mädchen in einer Johanna von Orleansimpressionistischen Umgebung. Lepage bekam bei der Ausstellung böse Kritiken seinerzeit. Viel zu groß und nicht passend. Heute hängt es im Gang zwischen den großen Monets und Picassos und Degas‘, als undefinierte Übergangskunst zwischen Impressionismus und Realismus. Dabei stellt es eben genau den gewünschten Augenblick dar. Ein junges Lumpenmädchen träumt von der verlorenen Heimat. Lepage malte das Bild nach dem verlorenen Krieg 1870/71 gegen das Deutsche Reich, bei dem Lothringen an das Reích fiel. Das Mädchen steht in verdorrten Diesteln, dem Symbol für die lothringische Gegend. Und nur noch ganz versteckt, im durch Jeanne D’Arc im Hintergrund fade leuchtend erkennt man noch den Französischen Nationalstolz.

Und was ist nochmal mit diesem französischen oder deutschen Nationalstolz, ja dem europäischen? Haben den uns die Amerikaner vor langer Zeit weggerissen? Die Wiener klagen seit ehedem über die vermoderte Kaffekultur. Der Kaffee kam aus einer fremden Kultur (dem Orient), die Europäer haben dann die Kaffeekultur erfunden, die Amerikaner haben die Kaffeekultur nochmal verkultet und heute trinke ich meinen Kaffee aus einem Pappbecher bei Starbucks. Genauso ergeht es uns nun also mit der Kunst? Ach was soll’s – Kaffee ist Kaffee und Kunst ist auch Kaffee. Nur, wer wirklich eine Leidenschaft für die Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts hat und sich wirklich auf die Impressionisten freut, der hat eine Freude an der Ausstellung. Wer sich in die Schlange stellen will, kann bis zur nächsten MoMa warten, oder was sonst so kommt. Die Amerikaner vermarkten ihre Produkte sowieso besser als wir und deswegen können wir uns schon bald auf die nächsten Klassiker aus Old Europe freuen. Ganz sicher….

  

Wenn ich die Augen ganz feste zusammenkneife, dann kann ich sie noch sehen. 1997, irgendwann im Juli. Ein junger Rostocker stürmt im Trikot des Deutschen Meisters die Pyrännäen hinnauf. Immer wieder dreht er sich um, kann es kaum fassen, dass keiner die Kraft hat, ihm zu folgen. Seitdem sind zehn Jahre vergangen. Heute wissen wir natürlich alles besser. Jan Ulrich wundert sich zwar noch immer, aber seine ehemaligen Teamkollegen helfen ihm Stück für Stück auf die Sprünge.  Den Anfang machte ein Masseur auf Belgien im April den Anfang und beschuldigte den Telekomrennstall fast ausnahmslos des systematischen Dopings. Zu Beginn schien die Vertuschungsmasche noch zu funktionieren, schien Jef d’Hont, selbst dopingbeschuldigt, kaum als Kronzeuge geeignet. Doch ab Mitte Mai gestanden mehr und mehr Radprofis, Epo genommen und jahrelang Medien, Behörden und Fans betrogen zu haben.

Politiker und Radfahrer fordern für die ausnahmslose Aufklärung des Dopingskandals eine Amnestie. Nur wenn die Radfahrer keine Strafen zu befürchten hätten, würden sie bereit sein, auszupacken. Kann das aber der richtige Weg sein? Mir, dem Radsportfan, der jedes Jahr im Hochsommer Stunden am Fernseher klebt, erzählen, dass Ulrich, Aldag, Zabel unschuldig sind? Das klingt nach dem Gewissen eines Eichmanns.
Viele haben nun um ihre Existenz und ihren Ruf zu fürchten. Die renommierte Sportmedizin der Uni Freiburg hat sich schon mal von den beiden Chefärzten getrennt. Damit dürfte der lückenlose Neuanfang schon geglückt sein. Dass die medizinische Abteilung neben dem Radsport auch über Jahrzehnte Olympiamannschaften, Fußballvereine und einzelne Athleten „betreut“ hat, wird dem Dopingskandal nur ein weiteres Kapitel hinzufügen.

Rudolf Scharping, Präsident des Deutschen Radfahrerbundes, lehnt eine solche Amnestie ab. Profisportler, wie jeder Mensch auch, haben gegenüber sich selbst und der Öffentlichkeit eine gewisse Verantwortung. Der Toursieger bekommt bei der diesjährigen Tour ein Preisgeld von etwa einer halben Million Euro, das Grüne Trikot 25.000 Euro. Jeder Sieg, jedes Festhalten vor der Kamera bringt Preisgelder und Werbeeinnahmen. T-Mobile zahlte Ulrich rund 2,5 Millionen Euro bei seinem Siegerjahr 1997, hinzu kamen 1,5 Millionen Euro Werbeeinnahmen. Und auch in den folgenden zehn Jahren ist Ulrich bestimmt alles andere als „ein armes Schwein“. Wer den Mut aufbringt, sich selbst in Lebensgefahr zu bringen, wer obwohl schon seit den 1960er Jahren Tote im Radsport keine Seltenheit, immer wieder dopt, der kann nicht mehr unschuldig sein. Jeder hat die Pflicht, sich selbst zu schützen und gerade ihr Sportler: Ihr habt die Pflicht, mir ein Vorbild zu sein.

Euer enttäuschter Fan
M.

ganz kurz:

Mai 11, 2007

Ich habe heute aus Spaß mal bei der Telekom angerufen…

…nichts…

an dieser Stelle sollte nun eigentlich eine mp3-Datei zum Anhören kommen, aber ich habe nich kapiert, wie das geht

Nachtrag: Nun, gut. Wir wissen alle, wie köstlich es sein kann, Scherzanrufe zu machen. Wisst ihr noch, damals? Nun, damals habe ich mit Freunden immer beim Sorgentelefon angerufen. ich entschuldige mich aufrecht aufrichtig. Und eben auch bei den kostenlosen Servicenummern der Telekom. Nun streiken die aber, deswegen müssen die Spaßanrufer (ich distanziere mich von ihnen) auf andere Opfer ausweichen. Ich als gläubiger Christ will und kann solche Spaßanrufe nun nicht mehr ertragen.
Seht nur wozu das führt.

Gegen jegliche Moral

Mai 6, 2007

verkünde ich jetzt mal einfach so, völlig unjournalistisch, dass Sarkozy die Wahlen in 25 Minuten deutlich mit 53% gewinnt.
Wenigstens kommt sich dann Angie nicht dumm vor. Sie darf nun nächste Woche oder so einem Mann die Hand zum Abschlabbern hinhalten.
Ich fand dennoch Segolène viel viel hübscher.

Seit zwei Tagen haben wir nun eine neue Asphaltschicht in unserem kleinen schnöden Marienbrunn im Süden Leipzigs. Toll. In der letzten Woche kam ganz überraschend ein Zettel der Baufirma: Parkverbot am 2. und 3. Mai wegen Straßenarbeiten. Es informierte die Baufirma, nicht etwa die Stadt. Und so kurzfristig wie möglich, damit sich auch keiner aufregen würde. Ich war dann natürlich der einzige, der am nächsten Morgen voll hektisch noch sein Auto wegfahren musste. Und kurz darauf kamen dann der Asphaltwagen und ein Kleinbus der Stadt und kippen den goben schwarzen Belag auf die Straße. Und dann sind sie nach einer Stunde auch schon wieder weg. Klingt eigentlich ziemlich nett von der Stadt, nicht? Hmm. Kritik? Aber ja. Die Gullideckel liegen ungefähr 20 Zentimeter unter der Aspaltdecke, das heißt, dass ich mit meinem Fahrrad jetzt durch tiefere Schlaglöcher fahre als vorher. Aber gut, die Gullideckel kann man ja anheben. Irgendwann mal. Wenn wieder zuviel Geld in der Stadtkasse ist. Was noch. Nun, in der Nachbarstraße werden zur gleichen Zeit mehrere Wohnblöcke auf etwa 800 Metern länge saniert. Und jeden Tag rasen die schweren Baufahrzeuge auch durch meine kleine schnöde Straße. Also wird der Zustand der Straße in ein paar Monaten sich nicht sehr vom vorigen unterscheiden. Naja, wenigstens ist es erstmal alles schön schwarz. Noch mehr Kritik? Aber ja. Die Wasserwerke Leipzig wollen bis 2012 alle Wasserleitungen bleifrei haben. Wieso das jetzt? Also wird die Straße in den nächsten viereinhalb Jahren nochmal aufgerissen, damit die Wasserwerke neue Rohre legen können. Aha. Nun, dann hat die Stadt anscheinend gerade sinnlos eine Straße saniert. Und ich frage mich jetzt, was das wohl gekostet hat. Hat die Stadt denn zuviel Geld? Direkt gegenüber befindet sich ein Kindergarten. Dort steht ein Klettergerüst mit dickem Absperrband drum. Warum? Die kinder dürfen also nicht auf das Klettergerüst, weil es von unten wegfault.
Ich werde nichts sagen. Die Stadt hat übrigens die Möglichkeit, binnen fünf Jahren die Kosten Straßenausbesserungsarbeiten auf die Anwohner zu überschreiben. Ich werde wahrscheinlich auch dann nichts sagen. Aber dafür habe ich eine kleine Slideshow gemacht. Bitteschön:

Eisessen am Hauptbahnhof

April 27, 2007

kleiner Fratz

Das Wochenende wird wieder schön sommerlich. Fast 30° laden zum lecker
Eis essen ein. Ich mache das dann mal ein wenig passiv.

hihihi.

Trauer um Coco

April 26, 2007

Der Himmel ist so tiefblau, wie an jedem Morgen dieses wunderbaren Aprils anno 2007. Das Thermometer zeigt wohlige 22° Celsius an. Kein Wölkchen am Himmel an diesem Sonntag in Mönchengladbach. Noch ist die Borussia nicht entgültig abgestiegen. Noch lebt Boris Jelzin. Die Welt könnte so schön sein. Die Sonne lacht. Nur einer lacht nicht: Coco. WaBildrum? Er ist tot, kaltblütig ermordet. Die Obduktion ergab Genickbruch. Hinterfotzig den Hals umgedreht. Was war geschehen. Eine Familienangehörige berichtet, wie sie des nachts schweißgebadet in ihrem Bett liegt. Plötzlich ein Schrei. Wie aus dem nichts erklingt die altbekannte Melodie: „La Cucaracha“. Kurz danach ist wieder Stille. Ein Verdächtiger huscht durch die Nacht. Coco wird am nächsten Morgen im Müll aufgefunden. Selbstverständlich tot. Wie konnte es nur so weit kommen? Das fragen sich heute die Nachbarn. „Bild“ weiß es. Es war der hinterfotzige Nachbar. „Ja, der wars“, sagt eine Nachbarin. „Ja, genau der“, pflichtet die Briefträgerin Paula N. (Name geändert) bei. Der hinterfotzige Nachbar streitet alles ab. Dennoch geht es ihm an den Kragen. Die Polizei ermittelt schon.
Immer, wenn ich die Augen schließe, höre ich ihn ,La Cucaracha’ singen. Das bricht mir fast das Herz“, erklärte die Mutter des Papageien dem deutschen Boulevarblatt. Zittert auch sie nun vor der Brutalität deutscher Nachbarn?
Ich sage: Liebe Frau Mutter, lieber das Herz, als das Genick. Und wenn auch. Es gibt Hoffnung. Niemand wird jemals wieder Lieder über Küchenschaben – so heißt Cucaracha nämlich auf spanisch – singen.

 Übrigens: Es geht auch anders. In Großbritannien beispielsweise bringen die Papageien den Menschen das Sprechen bei. Der Vierjährige Dylan kann nun dank seines gefiederten Freundes „Mama, Papa, Hallo und Tschüss“ sagen. Dies berichtet die „Sun„. Experten gehen davon aus, das er bald ganze Sätze sprechen könnte. Wann er aber „La Cucaracha“ trällern wird, darüber konnte der Experte noch keine Auskunft geben.

Ching Chang ChongAm vergangenen Montag tötet ein 23-Jähriger Student an der Technischen Universität in Blacksburg 32 Menschen. Wir hatten 100.000.000.000 (hundert Milliarden) Chancen, dies zu verhindern. Sprich 10 hoch 9, hunderttausend Millionen. Was uns das sagen will? Ich weiß es leider nicht. Ich habe aber versucht zu verstehen und habe mir  Ching Chongs Video einmal angeschaut. Was ich gesehen habe, war nicht dämonisch. Keine Ausgeburt der Hölle, sondern ein kleines banales Männlein. Ein Milchgesicht, das scheu unter den Rändern einer Kassenbrille hindurchschielt. Die Haare liegen so wie immer – langweilig ungekämmt. Im Talg auf der Stirn spiegelt sich fades Blitzlicht. Auf der Unterlippe blüht Herpes. Zumindest hat er sich die Augenbrauen gezupft.
Man würde es kaum glauben, dieser junge Mann hat seine Tat nicht nur lange vorhergeplant, er hat sich auch noch die Zeit genommen, eigens für sein finales Intermezzo eine Pressemappe anzufertigen und diese nach New York an NBC zu schicken. 43 Fotos, Videos, Zeitungsartikel… Es scheint, er habe an alles gedacht.

Und die wieder aufflammenden Kontroverse um den zweiten Zusatzartikel zur Verfassung? Was besagt der doch gleich? Jeder Amerikaner hat das Recht, eine Waffe zu besitzen. Warum? Damit er (und sie natürlich auch) sich und seine Familie und natürlich auch die eigene Meinung verteidigen kann. Amerika – Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und auch Bush und seine Waffenlobby wissen: Wir leben in einem freien Land. Jeder hat das Recht, seine Ansichten zu verteidigen. Von George W. bis Ching Chong. Notfalls – so wie sich das lokal und global immer häufiger durchsetzt – auch mit der Waffe.

Also dann: God bless America – Land of the Free and Home of the Brave.

Hello world!

April 19, 2007

baldymartin1.jpgSo, That is my first entry. It is 10pm and I am tired. I could write about what happened in Blacksburg but I don’t think that would be very productive at this point. So I will do that later. Just briefly some things about myself. I am a 22 year old student studiying at the University of Leipzig. I study Journalism, American and Arabic Studies. So, I suppose I am learning to write in coherent sentences. I am a friend of traveling and languages. So far, I have been on five continents and got to know many people with many tongues (Ok, this is enough for now. Bye.)