Causa Machill

Dezember 9, 2010

Scheiße. Alles total scheiße. Eisregen. Keine Straßenbahnen. Der Eisregen bleibt irgendwie an den Oberleitungen hängen. Ich weiß auch nicht wie er das macht. Und dann blitzt es andauernd, wenn die Bahn darunter durchschnippst und dann reißen die  Oberleitungen und alles im Arsch. Nüscht geht mehr. Keine Bahnen. Und hunderte Leute warten an den Haltestellen auf Busse. Und die kommen auch nicht. Jetzt stehen die alle an der Haltestelle und werden pitschnass und es ist sauglatt und alle frieren.

Bloß gut, dass ich mit dem Fahrrad bin und bei dem Pisswetter nicht an einer gottverfickten Haltestelle stehen muss, sondern lediglich aufpassen, dass ich mich nicht auf die Fresse lege. So wie dieser Typ  im Fernsehen. Der arme Kerl. Please, pray for Hunziker.

Assange: auch voll in die Fresse. Der hat es aber auch verdient, alter Schwede. Sich erst so Zeug klauen lassen und dann alles ins Internet stellen. Mies, einfach nur mies. Und da wollte ich eigentlich auch hin. Krass. Ich weiß auch nicht, wie ich das mache.

Also: Irgend so ein Journalistikschnösel will sich beliebt machen bei den Girls. Bei seinen Kumpels auch. Aber vor allem bei den Girls. Weil die echt heiß sind in der Journalistik. Prinzipiell immer cool, wenn sich andere die Hände schmutzig machen. Er kopiert also das Buch (428 Seiten) und packt’s ins Netz, aber da wo es keiner findet. Nur die Girls und die Kumpels.

Und sein Professor. Der findet das Buch im Netz und es gleichzeitig ziemlich „uncool“. Nicht das Buch, nicht das Netz und nicht den Schnösel. Halt einfach alles zusammen. Vielleicht auch den Eisregen. Vor allem aber die Sache mit dem geistigen Eigentum. Das ist nämlich seins. Und dass ein Schnösel mit dem zusammengeklaubten geistigen Eigentum anderer einen auf dicken Macker macht, um bei den Girls zu landen, das ist sowieso endmies. Sauscheißmies.

Professor macht also mit seinen Professoren-Buddies das einzig richtige: Dicke f-f-f-f-ette Abmahnung. Mit Anwalt und Kanzlei und Verlag. Zwar ist das scheiße für den Schnösel, wegen 2600 Euro Strafe zahlen und dass bei Studentenbude und sowieso jeden Cent zweimal umdrehen. Aber wenn ein Professor sein Geschäft verrichten muss, dann sollte er es groß machen. Heißt ja nicht umsonst: Big Bizness!

Ok. Jetzt ist die Kacke also schon voll am dampfen. Und weil der Schnösel jetzt beleidigt ist und eh nix mehr zu verlieren hat, macht er einen auf: „ey, isch hol mein Bruder!“ „Sein Bruder“ ist zwar nicht sein echter Bruder, aber im Geiste schon. Also kommt die Geschichte auf die Internetpräsenz eines Blattes aus Süddeutschland. Tenor des Artikels: Buch kaufen, Prüfung bestehen. Das klingt nach Bestechung und Erschleichung von akademischen Graden. Das bringt den Professor so ziemlich auf die Palme. Aber den Schnöseln kann’s egal sein. Wer in der Scheiße sitzt, braucht sich den Arsch auch nicht mehr abzuwischen.

Jetzt mündet das Ganze in etwas, was man politisch unkorrekt als „bitch fight“ bezeichnen könnte.  Schnösel und Professor reden erst einmal nicht mit- sondern vor allem übereinander. Der eine so: „ja, eh übelst viel Geld und so!“ Der andere so: „ja, voll Schmutzkampagne und Demontage und so!

Was ist die Moral von der Geschichte? Der Schnösel hat einen Fehler gemacht. War dumm; macht er nicht wieder. Das ist wie mit filesharing. Da weiß man auch, dass man was falsch macht. Und trotzdem machen es alle. Ok, da kann man aber zur Not noch sagen, dass die eigenen Kinder schuld  sind und man selbst eigentlich gar nicht weiß, was filesharing überhaupt ist. Hilft aber meistens auch nichts. Zahlen muss der Schnösel. Auch wenn es verdammt viel Kohle ist. Muss ich auch. Bezahlen. Bin mit 126 km/h geblitzt worden. War auch dumm. Mache ich auch nicht wieder.

Und der Professor? All we are saying, is give peace a chance! John Lennon, schlauer Mann.
Nur so ganz ungeschoren geht es dann doch nicht: Fakten sind ok, aber das hier ist keine amüsante Glosse.

Zum Glück hat Heiner Geißler sich jetzt eingeschaltet. Vielleicht schafft er es ja doch noch, dass die akademische Provinzposse ein Happy-End hat. Aber auf das Pisswetter hat das wohl keinen Einfluss.

 

Die Überschrift hat rein gar nichts mit dem Artikel zu tun und  dient nur dazu, StudentInnen von Google hierher zu locken.

Der Artikel beruht auf einer wahren Begebenheit, die beteiligten Akteure, sowie alle Links sind frei erfunden oder bei Helene Hegemann geklaut. Der Autor gibt an, beim Schreiben des Artikels nicht zurechnungsfähig gewesen zu sein. Er würde sich aber das Buch kaufen, Hauptsache er besteht die Prüfung.

Seit zwei Tagen haben wir nun eine neue Asphaltschicht in unserem kleinen schnöden Marienbrunn im Süden Leipzigs. Toll. In der letzten Woche kam ganz überraschend ein Zettel der Baufirma: Parkverbot am 2. und 3. Mai wegen Straßenarbeiten. Es informierte die Baufirma, nicht etwa die Stadt. Und so kurzfristig wie möglich, damit sich auch keiner aufregen würde. Ich war dann natürlich der einzige, der am nächsten Morgen voll hektisch noch sein Auto wegfahren musste. Und kurz darauf kamen dann der Asphaltwagen und ein Kleinbus der Stadt und kippen den goben schwarzen Belag auf die Straße. Und dann sind sie nach einer Stunde auch schon wieder weg. Klingt eigentlich ziemlich nett von der Stadt, nicht? Hmm. Kritik? Aber ja. Die Gullideckel liegen ungefähr 20 Zentimeter unter der Aspaltdecke, das heißt, dass ich mit meinem Fahrrad jetzt durch tiefere Schlaglöcher fahre als vorher. Aber gut, die Gullideckel kann man ja anheben. Irgendwann mal. Wenn wieder zuviel Geld in der Stadtkasse ist. Was noch. Nun, in der Nachbarstraße werden zur gleichen Zeit mehrere Wohnblöcke auf etwa 800 Metern länge saniert. Und jeden Tag rasen die schweren Baufahrzeuge auch durch meine kleine schnöde Straße. Also wird der Zustand der Straße in ein paar Monaten sich nicht sehr vom vorigen unterscheiden. Naja, wenigstens ist es erstmal alles schön schwarz. Noch mehr Kritik? Aber ja. Die Wasserwerke Leipzig wollen bis 2012 alle Wasserleitungen bleifrei haben. Wieso das jetzt? Also wird die Straße in den nächsten viereinhalb Jahren nochmal aufgerissen, damit die Wasserwerke neue Rohre legen können. Aha. Nun, dann hat die Stadt anscheinend gerade sinnlos eine Straße saniert. Und ich frage mich jetzt, was das wohl gekostet hat. Hat die Stadt denn zuviel Geld? Direkt gegenüber befindet sich ein Kindergarten. Dort steht ein Klettergerüst mit dickem Absperrband drum. Warum? Die kinder dürfen also nicht auf das Klettergerüst, weil es von unten wegfault.
Ich werde nichts sagen. Die Stadt hat übrigens die Möglichkeit, binnen fünf Jahren die Kosten Straßenausbesserungsarbeiten auf die Anwohner zu überschreiben. Ich werde wahrscheinlich auch dann nichts sagen. Aber dafür habe ich eine kleine Slideshow gemacht. Bitteschön: