Just looking, no buying

Dezember 24, 2008

America’s new consuming culture

At first sight you would not realize that there is a financial crisis. Wherever you are in America, the malls are crowded, people jostle along, push into the shops and slowly reach the vitrines. It seems to be the normal chaos around Christmas time, the climax of American consuming culture. But something just does not seem right – and not only the shop assistants see what it is. Costumers with loads of stuffed bags leaving the shops and trip out on the street got rare. Very rare. Most Americans cut their Christmas budget in half. Enforcedly. They just look, don’t buy.

There was a saying at Wall Street: „Never bet against American consumers“ . But Wall Street was proven wrong, even in this point. Consumption in America collapsed. Retail store revenue is decreasing for more than five months already. In November that sector announced the worst figures since 1982. Hopes of betterment in December have been discarded. Retail brands as Circuit City and Linens ’n Things are bankrupt and escaped into creditor protection. But the little stores are the ones that suffer the most. The owner’s despair can be seen in the ridiculous discounts they offer to woo customers to the stores. With only little success. Only the large discount department stores, like Wal Mart, withstand the recent crisis. It even seems as they would win customers. Small businesses can not keep up with these stores, even if they allow record discounts.

American Middle class wages remained static over the past years, despite the economic boom. Anyway, the US citizens were constantly consuming , piling up more and more debts, very convenient with their credit cards. Nowadays, many families suffer under enourmous burdens.  They have to bring up a vast part of their income only for redemption.  And banks are stingy with loans these days. Loans and credits were the incitement of the American consuption process. Without them the system will collapse. Even mass suspension, that dominate the news day by day impede the propensity of American citizens. Never since the Great Depression in the late 1930’s and 40’s Americans were more worried about loosing their jobs than now. The infinite confidence fades away. And thus, even the declining gas prices that remarkably  disburden most households for the past months, do not create new consumption impulses.

And the fervid snow storms of the last days who tied up large parts of the country, swept away the last hopes of the retail stores. And so, the worst Christmas business since decades comes finally to an end. Many stores are open 24/7 up until Christmas Eve.  Just another act of desperation fighting for deranged costumers.

This article is a loose transcript of an article published in „Süddeutsche Zeitung“ on dec. 23, 2008

Ich entschuldige mich für meinen äußerst dä(„h“)mlichen und inhaltlosen Beitrag bei allen, die sich vor die Nase gestoßen gefühlt haben. Es möge nie wieder passier’n.

Nochmals eine ehrliche Entschuldigung.

Was haben wir uns nicht alle geärgert. Gerade die Amerikaner – und dann auch noch Franzosen. Am 1. Juni hat das Metropolitan Museum of Art wegen Entrümpelung ein paar Gemälde von der Fifth Avenue in die Neue Nationalgalerie verfrachtet. Normalerweise hätten die nun in Berlin ausgestellten Impressionisten für die nächsten Monate in die New Yorker Archive gehört, aber zur medialen und finanziellen Ausschlachtung kamen die Macher auf die Idee, in der Neuen Nationalgalerie nicht die Impressionisten, sondern das Metropolitan auszustellen. Für 10(5) bis 12(6) Euro kann man sich nun also , zusammen mit 500.000 anderen Besuchern, bis zum 7. Oktober 150 Gemälde von Cezanne bis Van Gogh angucken. Das heißt, wie vor drei Jahren, ewiges Anstehen. Nur kurioserweise gab es diese befürchteten Warteschlangen Japanische Brückenicht. Überhaupt nicht. Am Eröffnungstag waren die Kartenschalter verwaist, gähnende Leere auf den Treppen des architektonisch doch so schönen Baus von Mies van der Rohe. Und auch am Folgetag versammelten sich nur ein paar Hanseln zum vergnüglichen Bilderschau’n. Dabei hat die Ausstellung wirklich etwas zu bieten. Die Japanische Brücke von Monet – neben den Seerosen eines der liebsten Objekte des Künstlers. Meist mit grünen Farben saß Monet am Seerosenteich in seinem Garten in Giverny und malte eben diese Brücke immer und immer wieder. Man kann die Emotionen in diesen Bildern erkennen. Selbst im hohen Alter, fast erblindet, hat er sich hingesetzt und diese Brücke gemalt, so dass man nur noch verwischt einen Bogen im grünblauen Farbenmeer erkennen kann.  Und dann ist da noch Jules Bastien-Lepages verwirrende Johanna von Orleans. Ein realistisch lebensgroßes Mädchen in einer Johanna von Orleansimpressionistischen Umgebung. Lepage bekam bei der Ausstellung böse Kritiken seinerzeit. Viel zu groß und nicht passend. Heute hängt es im Gang zwischen den großen Monets und Picassos und Degas‘, als undefinierte Übergangskunst zwischen Impressionismus und Realismus. Dabei stellt es eben genau den gewünschten Augenblick dar. Ein junges Lumpenmädchen träumt von der verlorenen Heimat. Lepage malte das Bild nach dem verlorenen Krieg 1870/71 gegen das Deutsche Reich, bei dem Lothringen an das Reích fiel. Das Mädchen steht in verdorrten Diesteln, dem Symbol für die lothringische Gegend. Und nur noch ganz versteckt, im durch Jeanne D’Arc im Hintergrund fade leuchtend erkennt man noch den Französischen Nationalstolz.

Und was ist nochmal mit diesem französischen oder deutschen Nationalstolz, ja dem europäischen? Haben den uns die Amerikaner vor langer Zeit weggerissen? Die Wiener klagen seit ehedem über die vermoderte Kaffekultur. Der Kaffee kam aus einer fremden Kultur (dem Orient), die Europäer haben dann die Kaffeekultur erfunden, die Amerikaner haben die Kaffeekultur nochmal verkultet und heute trinke ich meinen Kaffee aus einem Pappbecher bei Starbucks. Genauso ergeht es uns nun also mit der Kunst? Ach was soll’s – Kaffee ist Kaffee und Kunst ist auch Kaffee. Nur, wer wirklich eine Leidenschaft für die Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts hat und sich wirklich auf die Impressionisten freut, der hat eine Freude an der Ausstellung. Wer sich in die Schlange stellen will, kann bis zur nächsten MoMa warten, oder was sonst so kommt. Die Amerikaner vermarkten ihre Produkte sowieso besser als wir und deswegen können wir uns schon bald auf die nächsten Klassiker aus Old Europe freuen. Ganz sicher….